SV Kloster Lehnin e.V. - Sektion Rudern

Sektion Rudern

17.12.2013

Brockenwanderung der Ruderer


Vom 07.12. bis 08.12.2013 waren wir Lehniner Ruderer wieder auf Exkursion zum Brocken.
Am frühen Morgen des 7.12. war es wieder so weit. Nur wer sich rechtzeitig angemeldet hatte, hatte auch eine Chance in Sylvis Bus einzusteigen.

Ob die Brockenfahrt in diesem Jahr überhaupt stattfinden würde, stand bis zum Schluss in den Sternen. ....

Kategorie: Rudern
Erstellt von: ruderbernd

Amfrühen Morgen des 7.12. war es wieder so weit. Nur wer sich rechtzeitig angemeldet hatte, hatte auch eine Chance in Sylvis Bus einzusteigen.
Ob die Brockenfahrt in diesem Jahr überhaupt stattfinden würde, stand bis zum Schluss in den Sternen. Schon zwei Tage hatte das Orkantief Xaver über ganz Deutschland getobt, erst gegen Morgen des 7.12. nahm der Wind ab. Da aber von Rene weder ein Anruf noch eine Mail gekommen war mit einer Absage, sind wir doch erst einmalmit Sack und Pack nach Lehnin gefahren. Und dort ein erster Schreck: Ein paar Minuten vor der Abfahrt waren weder ein Bus noch irgendwelche Leute da. Hatten wir vielleicht als Einzige keine Absage erhalten?? Aber dann war in einer dunklen Ecke wenigstens ein bekanntes OPR-Auto zu sehen, und gleich darauf kamen – woher auch immer – Menschen über Menschen in dicken Skianzügen und mit Schlitten, großen Reisetaschen und Rucksäcken an. Wenig später war auch schon Sylvi mit ihrem Bus da. Das Gepäck war schnell verstaut, und mit nur ein paar Minuten Verspätung ging es auch schon los in Richtung Schierke. Auf der Autobahn hatte der Wind noch ganz schön an unserem Bus gezottelt.
An Magdeburg fuhren wir dieses Mal vorbei. Die dort sonst noch zusteigen, wollten an diesem Wochenende zu ihrem Ruderball. Naja, muss ja jeder selbst wissen, was schöner ist.

Nach Magdeburg wurde es langsam heller. Man konnte sogar erahnen, dass die Sonne aufging. In Oschersleben gab es an einer Tankstelle noch einen kurzen Zwischenstopp, und von dort an begleitete uns noch ein Golf Variant mit „unserer Jugend“.

Ab Wernigerode wurde die Landschaft ringsherum weiß. Der Schnee war offensichtlich frisch gefallen. Allerdings war jetzt auch die Sonne wieder weg. Je höher wir kamen, desto undurchsichtiger wurde die Luft. In Schierke angekommen, hatten wir schnell einen Raum der Jugendherberge erobert, in dem sich jeder seine Marschkleidung für die Brockenerstürmung überziehen konnte. Nachdem die reichlichen Glühwein- und Kinderpunschvorräte gleichmäßig auf alle Rucksackträger verteilt waren, ging es dann endlich “so richtig“ los. Wegen des Neuschnees war es aber mit der Gruppenwanderung auch schnell vorbei, und schon nach wenigen hundert Metern wurde es eher eine Wanderung im Entenmarsch. So stiegen wir die Alte Bobbahn die ersten Meter nach oben, und schnell gab es die ersten Fragen, wie weit es denn noch sei. Die erste (Glühwein)pause gab es wie immer am Bahnübergang der Brockenbahn. Manch einer stellte fest viel zu warm angezogen zu sein und die ersten Sachen wurden in die Rucksäcke umgepackt im Austausch für die mitgebrachten Getränke. Die Ersten wollten nach der Pause auch schon weiter, als endlich das Schlusslicht des Entenmarsches bei uns ankam. Das war Martin mit hochrotem Kopf, hinter ihm ein Schlitten mit seinem Sohn drauf. Mitleid wollte der Papa aber nicht gelten lassen. Er fand es toll, welche Dinge sein Sohn am Wegesrand bis dahin alles gesehen hatte und wie begeistert er davon war.

Nachdem wir, wie immer, auch noch das Schauspiel beobachtet hatten, wie sich der Qualm der Brockenbahn durch den Wald langsam näherte und die Bahn letztlich schnaufend an uns vorbeifuhr, ging es weiter nach oben. Nur eben in geteilter Gruppe. Als nämlich die weitere Wegstrecke diskutiert wurde, ob wegen des Neuschnees der gewohnte Weg über das Eckerloch genommen werden kann, hatte Heike den Einwurf gemacht, dass ihr Fernsehförster noch gestern Abend vor dem Betreten des Waldes gewarnt hatte. Wegen Xaver immer noch, und man weiß ja nie… .

Die weniger Mutigen liefen von da an auf der sicheren Straße weiter in Richtung Brocken, die Ignoranten hingegen (was kümmert uns der Fernsehförster aus Flecken Zechlin?) bahnten sich ihren Weg in Richtung Eckerloch. Kurz bevor wir dort ankamen, war die kleine Milinda aber am Ende ihrer Kraft. Sie ließ sich in den Schnee fallen und erklärte, nur noch sterben zu wollen.

Aber nicht mit uns!! Wir haben sie wieder auf die Beine gestellt und ihr deutlich gesagt, dass erst später gestorben wird. Vorher soll sie schließlich ja noch unsere Rente erarbeiten. Nach einer erneuten Pause in der Schutzhütte am Eckerloch ging es dann ohne größere Unterbrechung weiter bis ganz nach oben. Die Luft wurde immer undurchsichtiger und kälter, und so tauchte ganz plötzlich das 1.100-Meter Schild aus dem Nebel auf. Kurz darauf waren wir auch schon „oben“. Dass es hier einen Bahnhof gibt, war nur anhand der Bahngeräusche wahrzunehmen. Wetterstation?- Gibt’s hier nicht, zumindest heute nicht. Landschaft auch nicht. Ein Glück nur, dass wir das Ziel auch blind gefunden haben. Hat eben auch seinen Vorteil, wenn man jedes Jahr einmal dorthin wandert.

Und dann gab es nur noch eins: Kurz mal an der Messingtafel anschlagen, ein Erinnerungsfoto mit Irgendjemandem drauf und viel Nichts drum herum, und dann schnell wieder weg in Richtung Bahnhof. Hier gab es für alle Wärme, beschlagene Brillen, Windschutz, was zu Essen und wieder Glühwein, bevor es wieder zum Rückweg ging. Mit dem Einbruch der Dunkelheit waren wir dann alle wieder wohlbehalten, abgesehen vom Muskelkater, an der Jugendherberge angekommen. Der Abend klang wieder aus mit Kartenspielen, Schnacken und Bowling.

Am Sonntagmorgen wurden wir erst einmal von Dauerregen geweckt. Der hörte aber bis zur Abfahrt zum Quedlinburger Weihnachtsmarkt wieder auf. Und dann wurde es für alle noch ein sehr schöner 2. Advent. Ein Bummel über diesen Weihnachtsmarkt ist jedes Jahr wieder ein Highlight. Die drei Stunden Zeit, die wir für ihn hatten, vergingen wie im Fluge, und am zeitigen Nachmittag ging es dann auch schon in Richtung Lehnin zurück. Dank Sylvi waren wir zwei Stunden später wieder hier, wo sich unsere Wege dann trennten. Aber eins ist sicher: im nächsten Jahr am 06.12.2014 stehen wir wieder frühmorgens an der Grünen Tankstelle und warten auf unseren Bus zum Brocken. Was auch sonst?

 Hier könnt ihr euch noch ein paar Bilder anschauen KLICK MICH  


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